1. Begleitforschung in Lehr-Lern-Laboren


Chairs: Thomas Trefzger, Markus Elsholz

In Lehr-Lern-Laboren experimentieren Schülerinnen und Schüler unter der Betreuung von Lehramtsstudierenden in Räumen der Hochschule. Damit bilden Lehr-Lern-Labore berufsfeldrelevante Praxisbezüge, die im Vergleich zu herkömmlichen Schulpraktika in ihrer Komplexität deutlich reduziert sind. Nicht zuletzt deswegen wird Lehr-Lern-Laboren großes Potenzial für die Überführung von theoretischem Wissen in professionelles Handeln zugeschrieben. Die Session „Begleitforschung in Lehr-Lern-Laboren“ möchte die verschiedenen Realisierungen der Lernumgebung „Lehr-Lern-Labor“ theoriefundiert diskutieren und aktuelle Befunde zu Wirkmechanismen im Hinblick auf die Professionalisierung der Studierenden beleuchten.

Im ersten Block der Session sollen Kurzvorträge der Teilnehmer/innen Einblick in Lehr-Lern-Labor-Konzepte geben, sowie Instrumente und Ergebnisse der Begleitforschung vorstellen. Im zweiten Block möchten wir den Input aus den Vorträgen gemeinsam sortieren und mit dem Ziel diskutieren, Instrumente und zu erhebende Konstrukte zu identifizieren, deren evtl. standortübergreifender Einsatz neue Einblicke in das Potenzial von Lehr-Lern-Laboren für die Lehrerbildung verspricht.

Beiträge:

Cathrin Sprenger, Universität Göttingen
Forschend Lehren Lernen: Zur Schulung von Forschungs- und Reflexionskompetenzen angehender Fremdsprachenlehrender im Lehr-Lern-Labor

Daniel Rehfeldt, Freie Universität Berlin
Fächerübergreifende Wirkungen des Lehrformats Lehr-Lern-Labor-Seminar

Antje Saathoff, Universität Oldenburg
Rekonstruktive Analyse der Reflexionspraxis von Biologielehramtsstudierenden im Kontext von Unterrichtserfahrungen im Lehr-Lern-Labor

Insa Stamer, IPN Kiel
Kann die authentische Wahrnehmung von Naturwissenschaften in Schülerlaboren durch Einblicke in die aktuelle Forschung gefördert werden?

Susan Fried, Universität Würzburg
Professionalisierung durch Praxisbezug im Lehr-Lern-Labor

Franz-Josef- Scharfenberg, Universität Bayreuth
Optimierung von Interaktionen zwischen Schülern und Lehramtsstudierenden durch ein rollenspiel-basiertes Tutortraining im Schülerlabor

Kerstin Röllke, Universität Bielefeld
Das teutolab-biotechnologie als Lehr-Lern-Labor: Einblicke in Konzeptionierung, Durchführung und Evaluation


2. Lab2Venture – ein Modell mit Potential

Chairs: Martina Parrisius, Dörthe Krause, Stefan Apel

Selbstständiges Handeln und unternehmerischer und erfinderischer Geist sind Fähigkeiten, die mehr denn je Garant für ein erfolgreiches Berufsleben, aber auch für die Stärkung unserer jeweiligen Standorte Schule und Schülerlabor stehen. Im Modell Lab2Venture – einer engen Zusammenarbeit Schule, Schülerlabore, TheoPrax und Deutsche Kinder- und Jugendstiftung mit externen Partnern aus Forschung und Wirtschaft, wurde dies erfolgreich in den letzten 3 Jahren umgesetzt. Neben über 60 Projektarbeiten, die von Schülerteams betreut durch Schule und Schülerlabor erfolgreich bearbeitet wurden, entstand durch die Mitarbeit aller Beteiligten ein Wegweiser, der von allen an diesem Modell Interessierten genutzt werden kann. Beteiligte aus den 12 Schülerlaboren, Schulen, Betreuern sowie den beteiligten externen Partnern, die die jeweiligen Aufgabenstellungen gaben, werden in diesem Workshop ihre Erfahrungen wiedergeben.

10:30 – 12:00 Uhr
1. Das Modell Lab2Venture – Einführung, Hintergründe, Daten und Fakten
Martina Parrisius, TheoPrax-Zentrum, Fraunhofer ICT, Pfinztal

2. Lab2Venture an unterschiedlichen Schülerlaboren – Erfahrungsberichte
Dr. Maren Panhorst, teutolab-biotechnologie Bielefeld
Edmond Thevaplan, coolMINT Paderborn mit Uta Borg-Olivier und Christine Müller, St.-Ursula-Gymnasium Neheim
Petra Moderegger, Schülerforschungszentrum Berchtesgadener Land
René Mückai, NatLab Berlin

Moderation: Dörthe Krause, TheoPrax-Zentrum, Fraunhofer ICT, Pfinztal

13:30 – 15:00 Uhr
Arbeiten mit dem Business Model L2V – Klärungen und Hilfestellungen zur Implementierung von Lab2Venture im eigenen Schülerlabor/Schülerforschungszentrum

Moderation: Stefan Apel, Deutsche Kinder- und Jugendstiftung, Berlin

Workshop
Gemeinsam mit den Teilnehmenden soll das Potential von Lab2Venture geklärt werden: Hemmnisse und Chancen, Abläufe, Rahmenbedingungen, Voraussetzungen, Unterrichtsintegration, Unterstützungen, Anpassungen des Modells.




3. Vielfältigkeit in der MINT-Landschaft

Chair: Andreas Kratzer

Auf unserer Tagung 2016 haben wir über die Vielfältigkeit der MINT Landschaft diskutiert. Es zeigte sich, dass die boomenden Maker-Lernorte sich auch für die Zielgruppe der Schülerlabore öffnen und nicht nur Plätze für hochengagierte erwachsene Bastler sind. Die Ausrichtung dieser Lernorte ist ziemlich klar umrissen. Es wird entwickelt und produziert und,zumindest bei FabLabs und Makerspaces,kommen dabei computerbasierte Entwickelungs- und Produktionstools zum Einsatz.
Das klar umrissene Profil legt es nahe eine eigene Kategorie für diese Lernorte einzuführen. Im Workshop soll dies diskutiert werden und eine Beschreibung der Kategorie soll erarbeitet werden.

Beiträge:

Nina Schelter, KITZ.do Dortmund
Die Forscher AG - Lernen durch Neugier

Tobias Schüttler, DLR_School_Lab Oberpfaffenhofen
MINT Begabten- und Talentförderung am DLR_School_Lab Oberpfaffenhofen

Angela Fösel, Erlangen
Das Erlanger Schülerforschungszentrum ESFZ


4. „Medikamenten-Rückstände im Wasser“ – Wasseranalyse & Co
Lehrerfortbildung in der MINT-Umweltbildung

Chair: Anke Renger

In diesem Workshop soll eine Lehrerfortbildung konzipiert werden, die es sowohl den Schülerlaboren ermöglicht diese Fortbildung durchzuführen. Als auch den Schulen Möglichkeiten bietet, praktische Versuche umzusetzen. Dies beinhaltet z.B. Themen wie Trinkwasser, Reinigungsverfahren, Kläranlagen, Düngen in der Landwirtschaft, chemische Analysen, aber auch gern verwandte Themen, die etwas mit Wasser zu tun haben. Der Workshop wird sowohl theoretische Aspekte in Form von Impulsvorträgen beinhalten, als auch Anleitungen für einfache praktische Versuche z.B. zur Analyse von Wasserproben. Für 1 der 6 Impulsvorträge (5 Minuten) im ersten Teil können Sie sich gern mit einem Abstract bei Ihrer Anmeldung bewerben. Im 2. Teil des Workshops werden Sie gemeinsam Lehrerfortbildungen mit Hilfe verschiedener Bausteine konzipieren und vorstellen.

10:30-12:00 Uhr
Impuls-Vortrag "Wasser als Lebenselixier" (Dr. Anke Renger)
Vorstellung der Bausteine für die Lehrerfortbildung (Stationen) Teil 1

13:30-15:00 Uhr
Vorstellung der Bausteine für die Lehrerfortbildung (Stationen) Teil 2
Konzeptionierung der Lehrerfortbildung
Vorstellung der Konzepte


5. Lehrer als Multiplikatoren für die Wissenschaftskommunikation eines Forschungsinstituts
Lehrerfortbildung in der MINT-Umweltbildung

Chair: Holger Winkler

Häufig finden Themen von aktueller gesellschaftlicher Relevanz sehr spät ihren Weg aus der aktuellen Forschung in die Schulbücher und in die Schulen. Das ist vor allem auch im Kontext der Meeresforschung mit all ihren Dimensionen der Fall. Das Institut für Chemie und Biologie des Meeres (ICBM) der Universität Oldenburg arbeitet im Rahmen seiner Wissenschaftskommunikation auch mit Schulklassen zusammen an Konzepten, um diesen Weg zu verkürzen. In diesem Workshop sollen zunächst Wünsche und Vorstellungen zum Thema "Wissenschaftskommunikation" konkretisiert und ein Schulbezug formuliert werden. Möglicherweise können bestehende Projekte vorgestellt werden. Zudem soll die Möglichkeit bestehen, Perspektiven und Konzepte der Umsetzung zu entwickeln und zu diskutieren (Abstimmung von Themen, Dauer einer Fortbildung zu einem Thema, möglich Formate der Umsetzung usw.). Letztendlich sollen die grundsätzlichen Prozesse benannt und beschrieben werden, die für ein Konzept notwendig sind, in dem Lehrer als Multiplikatoren der Wissenschaftskommunikation agieren können.


6. Erneuerbare Energien in der Schule
Lehrerfortbildung in der MINT-Umweltbildung

Chair: Matthias Marquardt und Dr. Mareike Kelkel

In diesem Workshop wollen wir gemeinsam ein Konzept für eine Lehrerfortbildung erarbeiten, die auf die Vermittlung von praxisnahem Wissen zum Thema Erneuerbare Energien in der Schule abzielt. Das Grundschullabor für Offenes Experimentieren (GOFEX) an der Universität des Saarlandes ist an den Lehrstuhl für Didaktik des Sachunterrichts angelehnt. Da Sachunterricht mehrere Bezugsdisziplinen hat, steht eine multiperspektivische Betrachtung von Lerninhalten im Vordergrund. Gleichzeitig spielt der Lebensweltbezug der SchülerInnen bei der Erstellung von Aufgaben eine wichtige Rolle und geöffnete Aufgabenformate sollen individuelle Herangehensweisen ermöglichen.

Nach einer theoretischen Einführung zu Erneuerbaren Energien in der Schule und zur Bedeutung der Multiperspektivität im ersten Teil des Workshops können die Teilnehmer dann im zweiten Teil den Gedanken des GOFEX-­?Konzeptes in die Tat umsetzen und Aufgaben zum Thema Erneuerbare Energien erarbeiten. Die Aufgaben sollen handlungsorientiert gestaltet sein und SchülerInnen der Sekundarstufe I einen phänomenologischen Zugang durch einfache Experimente zum Thema Erneuerbare Energien mit den Konzepten der Energieumwandlung, -speicherung sowie -erzeugung ermöglichen. Mit den gewonnenen Erkenntnissen sollen Leitfragen zu den Aufgaben wie z.B. "Warum kann eine Solaranlage nicht auf jedem Haus gebaut werden?" beantwortet werden können. Beispielhaft könnte auch die gleiche Aufgabenstellung auf verschiedenen Öffnungsgraden umgesetzt werden.